Portrait von Benedikt Schreyer 2025
Vom Glück verfolgt – Michela Straub im Portrait

Freigeist, Rebellin, und vor allem Menschenliebhaberin – mit diesem Dreiklang beschreibt Michela Straub ihr Wesen. Die lebenslustige und lebensweise Frau lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Windach und geht Ihrer Berufung als Potenzial-Coach und Intuitions-Trainerin in ihrer Praxis in Landsberg am Lech nach. Ihr Weg in die Leichtigkeit, die sie heute mehr denn je lebt, war ein mäandernder Fluss mit vielen Herausforderungen. Wer ist die Frau, über die eine ihrer Klientinnen sagt: „Die Michela leuchtet, wenn’s dunkel wird.“?

Von den meisten Menschen, die einem zum ersten Mal begegnen, macht man sich ein Bild. Von Michela Straub macht man sich ein Gefühl. Ihr Gesicht strahlt große Freude aus, während von ihrer Stimme eine große Ruhe und Gelassenheit ausgeht. Die Freude hat sie in die Wiege gelegt bekommen, die Ruhe hat sie sich in vielen Jahren der Persönlichkeitsentwicklung angeeignet. Letzteres ist auch ihre große Leidenschaft, die sie als Potenzial-Empowerment-Coach für ihre Klienten zum Einsatz bringt. In diese Tätigkeit fließen auch die Gaben aus ihrem Elternhaus mit ein. Jeder Klient ist bei ihr auch Gast, genau wie damals im Restaurant der Eltern.

Eine gastronomische Kindheit.
Mein Vater war ein Selfmade-Starkoch. Von heute auf morgen entschied er, nachdem er wegen eines Unfalls im Rollstuhl saß und nicht länger als Automechaniker arbeiten konnte, zu kochen – und das, obwohl er das vorher noch nie gemacht hat. Wir hielten ihn ja alle für verrückt, aber er hat das durchgezogen. Vom Hobbykoch ging er schließlich zu einem Kochverein und von dort aus wurde er gleich Besitzer eines Restaurants – und zwar nicht irgendeines, sondern das Spitzenrestaurant „Die Ente“ im Lehel, das zuvor von Peter Wodarz geleitet worden war. Aus der Ente wurde „Die Schnecke“, mehr noch, eine Turboschnecke. Denn nach einem Jahr hatte sich mein Vater bereits einen Stern erkocht und der bekannte Münchner Kolumnist Michael Gräter machte „Die Schnecke“ über die Münchner Grenzen hinaus bekannt.

Für das Ambiente sorgte meine Mutter. Sie ist eine „Schönemacherin“. Sie hat die Gabe, überall selbst bei Umzügen oder in Baustellen, teils ohne Strom und Wasser, mit einfachen und wenigen Mitteln immer für ein heimeliges und schönes „Zuhause“ zu sorgen. In ihrer Nähe fühlen sich Menschen wohl und es ist immer schön mit ihr zu sein. Natürlich hatten wir auch häufig privat Gäste zu Hause, die sich von meiner Mutter immer so gut unterhalten fühlten, dass sie selten gehen wollten. Da beide Eltern aber auch immer fleißig gearbeitet haben, ist es nicht selten vorgekommen, dass sie zur späten Stunde irgendwann beide am Tisch eingeschlafen sind und ich unseren Besuch leise zur Tür begleitet habe. Niemand hat es ihnen übel genommen, es war eben so schön, dass man kein Ende finden wollte.“
Von ihrem Vater lernte sie die manische Perfektion, aber eben auch, dass man mit Abenteuerlust, Leidenschaft und Unerschrockenheit Berge versetzen kann. Und in ihren Erinnerungen an die Eltern klingt ganz klar das Unterhaltungs-Gen und die Liebe der Mutter durch.

Der Sprung in die Liebe und ins Ausland.
Bei einem Koch-Event ihres Vaters in Italien traf sie dann ihren ersten Mann.
„John W. aus Basel. Wir mochten uns auf Anhieb. Obwohl ich einen guten Job in Aussicht hatte, habe ich meine Koffer gepackt und bin kurzerhand nach Basel gereist. Ich wusste damals gar nicht, wo das auf der Landkarte lag. Jung und unbeschwert haben wir schnell entschieden zu heiraten. Wir haben eine wirklich gute und fröhliche Zeit miteinander verbracht. Ich gewann eine herzensreine Familie dazu und fühlte mich sehr wohl in meiner neuen Heimat. Machte Erfahrungen im Bereich Sponsoring, Marketing, Werbung, gutem Essen, hatte wunderbare Begegnungen mit lieben und treuen Menschen und bin bis heute mit einigen sehr verbunden.“
Als die Interessen mit ihrem Mann auseinander gingen, beschlossen sie sich zu trennen, so dass jeder frei war, neue Wege zu gehen. Michela ging nach Teneriffa, arbeitete in der Immobilienbranche und später bei einer Fluggesellschaft. Auf der Vulkaninsel lernte sie dann ihren späteren Mann Tom kennen, und vulkanisch war auch ihre Begegnung:
„Es war Liebe auf den ersten Blick. Als wir einander vorgestellt wurden, brachten wir beide nur ein Blabla und Stottern raus, das war wirklich sehr komisch. Es war auf der Stelle klar, dass wir zusammengehören, dazu hatte ich nicht einen Moment eine Frage. Allerdings knallten bei uns auch zwei Feuerzeichen aufeinander. Und da wir beide auch nicht mehr ganz so unbeschwert waren, galt es einiges zu klären. Das fand im Streit statt: Laut, wild gestikulierend, verletzend, pure Action – dann Versöhnung. Ich habe mich oft gefragt, was wir da gemacht haben. Ich denke, wir wollten ganz sicher sein, dass der andere bleibt, egal wer sich wie aufführt. So zeigten wir uns anfangs von unseren blödesten Seite, damit ja klar ist, wen man hier vor sich hat, bloß keine Kompromisse, das hatten wir hinter uns. Es war schon ein seltsamer Test: Andere Paare streiten später, wir taten das im ersten Jahr sehr intensiv, dann schon weniger. Später haben wir andere Möglichkeiten der Klärung gefunden, die weiß Gott weniger anstrengend sind. Aber eines war immer klar, wir lieben uns, wir wollen uns und es gab keine Alternative, wir oder wir. Es funkt auch später noch ordentlich, aber eben anders…und dass mein Liebster auch mein bester Freund wurde, war ein Weg, den wir gern gemeinsam gegangen sind.“
Die beiden lebten seit 1999 gemeinsam mit ihren Töchtern in der Nähe des Ammersee.

Die Lebensfrage: Warum tut der Mensch, was er tut?

Coaching Landsberg Ammersee
Michela Grosser Coaching Landsberg Ammersee

Bis hierher klang Michela Straub’s Geschichte sehr leichtfüßig, schließlich erinnert man sich ja auch lieber an die schönen Dinge im Leben, aber sie weiß auch gut um den Schatten Bescheid, der 2002 in ihr Leben trat und sie dazu zwang, ihr Blei in Gold zu verwandeln.

„Nach dem Tod eines Familienmitgliedes brach ein sehr alter tiefer Schmerz in mir auf. Was mich da ergriff, war gefühlt sehr, sehr alt und hatte interessanterweise nichts mit der verstorbenen Person zu tun. Ich konnte diesen Schmerz nicht stoppen, er griff nach mir wie der Tod selbst und brach mir fast das Herz aus dem Leib. Der Gedanke „Ich bin schuldig“, von dem ich nicht wusste, wo er herkam, löste soviel Schmerz, Schuld und Schwere in mir aus und stellte mich schließlich vor die Wahl: sterben bei lebendigem Leib und resigniert meinen Alltag zu bewältigen oder mich radikal zu befreien, radikal umzudenken und mich radikal neu zu erfinden.“

Michela’s Entscheidung für die Befreiung entfachte ein Feuer und eine Abenteuerlust in ihr, die sie in diverse Workshops und Seminare trieben, bis sie irgendwann wusste, wozu sie das alles durchlitten hatte. Indem sie sich mit Herz und Empathie ihrem Wandel widmete, eroberte sie ihre Geschichte und häufte einen großen Erfahrungsschatz an.

„Wenn meine Klienten heute vor mir sitzen, dann weiß ich genau, von was sie sprechen. Ich sehe den Kampf, den auch ich kämpfte. Nun kann ich ihnen Mut und Zuversicht schenken und sie auf ihrem Weg ins Land des Friedens begleiten. Das ist wunderschön und beglückt mein Herz so fest.“In gewisser Weise gab das Leben Michela mit dieser harten und zähen Lektion aber auch eine Antwort auf eine Frage, die sie schon ihr Leben lang beschäftigt hatte:

Warum tut der Mensch, was er tut?

Wahrscheinlich fängt jede Berufung mit solch einer Frage an. Das Interesse an der Verhaltensforschung hat Michela schließlich auch zu ihrem großen Vorbild Jane Goodall geführt, der berühmten Schimpansenforscherin. Ihre Projekte fördern ein erweitertes Bewusstsein über uns Menschen, die Natur und alle Lebewesen auf diesem Planeten.

Die Menschenliebhaberin Michela ging ihrer Frage in der langjährigen Ausbildung zum contextuellen Coach auf den Grund, durchlief dabei viele, bewegende Prozesse mit unzähligen Erkenntnissen, Durchbrüchen und vielen Tränen der Erleichterung, die schließlich im „Feld“ mündeten. So nennt Michela liebevoll das von dem Biologen Rupert Sheldrake entdeckte morphogenetische oder auch morphische Feld.

Das morphische Feld – Ein innerer Lehrer wird sichtbar.

Was sich für viele wie aus einem Sci-Fi-Film anhört, verblüffte anfangs auch die bereits mit vielen Coaching-Wassern gewaschene Michela. Ihre erste Erfahrung mit dem Feld war damals ein Telefoncoaching, das sie aufgrund mangelnder Aufträge in Anspruch nahm: „Ich kannte diese Frau nicht und sie mich nicht. Was sie mir sagte, war erstmal fremd, neu, etwas schräg, anderseits hat es sich so wahr und richtig angefühlt. Sie sagte mir Dinge, die sie nicht wissen konnte. Wie konnte sie wissen, wo und wie und warum meine Kräfte noch gebunden sind? Woher wusste sie, wie man das löst? Ich hatte bis dahin, weiss Gott schon einige Coachings hinter mir. Da ich für meine Klienten „sauber“ sein möchte, um keine eigenen Projektionen zu übertragen, bin ich immer dringlich darauf bedacht, mich selbst immer allen Themen und Fragen, die sich zeigten, zu stellen. Dieses Coaching-Erlebnis jedoch war absolut neu für mich. Es war eine meiner befreiendsten Erfahrungen, ich habe mich danach wirklich wie neu geboren gefühlt. Da hab ich gedacht: „Wow, das will ich auch können!“

Das Lesen im morphischen Feld nach der Methode MFL® vom Entwickler Kurt Hörmann stellte für Michela sowohl einen ganz neuen Weg als auch die Krönung all ihrer Ausbildungen dar. Es vereinte alles, was sie bis dahin gelernt hatte. Das Verschwinden der Auftragsblockade war nur der Anfang. Michela durchlief mit großem Eifer sämtliche Aus- und Weiterbildungen zum Gruppen- und Seminarleiter in diesem Bereich. Weitere Selbstzweifel und Hindernisse lösten sich auf und machten den Weg frei für neue Möglichkeiten. Auf einmal bot sich ihr der eigene Raum, auch real und sie verlies ihr Home Office und baute sich ihr eigenes Reich; das KTL300 in Landsberg, in dem sie ihre Klienten empfängt. In gewisser Weise wurde das Feld ihr Lehrer und Berater in allen Lebenslagen. So schenkte es ihr auch den Spruch „Vom Glück verfolgt“, der nun über ihrem Leben steht – und über diesem Porträt. Also was hat es nun mit diesem mysteriösen Feld auf sich, das sich anhört wie ein magischer Zauber? Michela liefert eine Erklärung: „Das morphische Feld ist eine Art Universalschlüssel zu einem Feld des erweiterten Bewusstseins. Man fragt quasi eine höhere Instanz anstatt sich nur auf den Verstand zu verlassen – eine Art höheres Wissen, wie man es aus den Erzählungen kennt, in denen der Held eine Weise oder einen Weisen zu Rate zieht.“

Die Quelle ihrer Intuition wurde diese Weise. Michela ließ sich immer mehr davon leiten, auch wenn manche es als schräg oder komisch empfanden, aber letztlich waren die positiven Ergebnisse ausschlaggebend. Wichtig dabei war, Eingebungen von Einbildungen zu unterscheiden. Die Geschenke des Feldes waren aber auch Herausforderungen. So traten Menschen in ihr Leben, die von ihr mit Nachdruck Fähigkeiten einforderten, die sie sich selbst nicht oder noch nicht zugetraut hatte. „Ich fing an, nicht nur Readings und Coachings anzubieten, sondern wurde plötzlich aufgefordert, Räume zu behandeln und Aufstellungen zu machen. Und bin heute darin sehr erfolgreich. Für all dies muss ich nichts tun, es kommt einfach auf mich zu – eine Erfahrung, die ich noch 2012 nicht für möglich gehalten habe.“

Bei all dieser Leichtigkeit könnte man mutmaßen, dass das alles zu schön sei, um wahr zu sein und ob Michela dem Feld vielleicht hörig ist, aber diesen Zweifel wischt sie elegant beiseite: „Mir wird nichts befohlen, ich werde vom Feld gebeten und gefragt und habe immer die Wahl. Genauso ist es mir auch wichtig, keine Abhängigkeiten zu schaffen, sondern meine Klient:innen in ihre Kraft zu führen, damit sie aus sich selbst heraus ihre Ergebnisse erschaffen. Mein Erfolgsrezept lautet: Folge Deinem Impuls, fühle vorab, ob er Deinem Verstand oder Deinem Herzen entspringt. Den Unterschied zu erkennen, das unterrichten wir in meinen Kursen. Unser Erfolg sind also die Ergebnisse, die meine Klient:innen sich im Laufe der Zeit ermöglichen. Das ist unsere größte Freude, wenn wir spüren, dass Menschen wieder ihre Selbstbestimmung finden und glücklich sind. Denn je mehr der Mensch er selbst ist, desto mehr kann er von sich zeigen und verwirklichen.“

Ein hartes Schicksal als Prüfstein der eigenen Werte

Doch es kam eine Zeit in Michela’s Leben, die ihr die stärkste Verkörperung ihrer Werte und Prinzipien abverlangte. Ihr geliebter Mann Tom litt seit mehreren Jahren an einer schweren Krankheit und seine Symptome verschlimmerten sich. Dies stellte auch die Beziehung auf eine sehr schwere Probe, denn nun musste Michela sehr viel mehr schultern als sie eigentlich zu tragen vermochte, sowohl menschlich als auch finanziell.
„Bin ich noch vom Glück verfolgt? Auch jetzt mitten im Unglück? Die Zweifel meldeten sich, dennoch wirkte mein Glück auch in diesen schweren Zeiten. In der Stille fand ich Stärke und Zuversicht, dass das Leben noch immer für mich ist, trotz der großen Herausforderung. Kleine, lichtvolle Momente der Freude waren noch immer gestaltbar, sich mit Freunden zu treffen oder einfach mal beim Gucken einer Lieblingsserie alles zu vergessen.“

Auch als Tom im Herbst 2021 dauerhaft im Krankenhaus war, inmitten von Corona, entschied sich Michela immer wieder für den Zusammenhalt, das Mitgefühl und die unerbittliche Empathie, ihrer unschlagbaren Königsdisziplin, wie Tom sie immer beschrieb. Doch irgendwann wusste Michela intuitiv, dass der Tod von Tom unausweichlich war und von dieser Einsicht an begann bereits ihre innere Trauerarbeit. „Es war wie Wellenreiten. Manche Wellen konnte ich gut nehmen und andere wiederum haben mich total weggespült.“ Trotz dieser Turbulenzen griffen ihre Werte in dieser Zeit und sie blieb stark für ihre Kinder, weil ihr starker Geist eine Art Verlustmanagement etablierte und auch diesen schweren Prozess gestaltete.

Der Abschied von Tom im April 2022 war ein riesiger Verlust und zugleich auch eine Erlösung aus ihrer Bürde. Obwohl ihr geliebter Mann gegangen war und das gemeinsame Leben vorbei war, blieb ihr doch das eigene Leben, dem sie nach wie vor ihr Bestmögliches geben wollte.
„Die Antwort war wieder einmal die Verantwortung, diesmal für mich selbst. Und mit ihr die Erlaubnis, wieder aus dem Vollen zu schöpfen, die Schuld der Überlebenden abzulegen und aus der Opferhaltung meines Verlustes wieder Schritt für Schritt herauszuklettern.“

Manchmal blüht die Liebe inmitten der Trauer auf.

Michela entschied sich danach, den Lechweg in der Absicht für Erneuerung allein zu laufen, um als eine Andere anzukommen. Sie erkannte sich selbst wieder als Beziehungsmensch, der erneut Liebe verdient hatte. Und die begegnete ihr ein paar Monate später – inmitten der Trauer – in Form von Hermann Straub.
Hermann erreichte Michela und weckte mit seinem leichten Gemüt ihr getrübtes Herz, ließ es höher schlagen und Helligkeit trat an die Stelle der Dunkelheit. Beide empfanden und empfinden tiefe Dankbarkeit über das Wunder ihrer Begegnung, die auch andere in ihrem Umfeld berührt. Ihre Liebe zauberte wieder Leichtigkeit und Geschmeidigkeit in Michela’s Leben, was sie selbst fast nicht mehr für möglich gehalten hatte. Auf einmal waren wieder Leben und Lieben erlaubt und der Trauerflor fing langsam an zu verblassen. Auch in ihrer Arbeit kehrten die Kraft und der Erfolg zurück, ihre eigene Trauerarbeit knüpfte interessanterweise genau an den Bedürfnissen ihrer Klientinnen an und das Mitgefühl wurde zur zentralen Erfahrung.

So ist Michela auf ihrem Weg mit all seinen Höhen und Tiefen selbst zum lebendigen Wandel geworden. Sie gibt den Menschen im Gespräch wieder ihr Herz an die Hand, so dass sie sich in angemessener und bewusster Weise für ein neues Handeln entscheiden können. Das ist Glück und Freiheit. Aus Michela ist eine ausgewachsene Verhaltensforscherin geworden, die Menschlichkeit wie ihr Jugendvorbild Jane Goodall lebt, liebt und lehrt. Vom Glück verfolgt und zugleich im Glück angekommen wirkt sie weiter entweder via Telefoncoaching oder live in Landsberg am Lech.